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Die Bounets rodzos


Vor langer, langer Zeit als es noch keine Kapuziner gab, hatte jeder Bauer im Unterland ein Heinzelmännchen in seinen Diensten; es war der Bounet rotzo - die Rotkappe -.
Dieser hütete die Kühe, besorgte die Hühner, bereitete das Gemüse zu, half den Frauen im Haushalt und brachte schnell die Ernte in die Scheune, wenn das Gewitter drohte. Für diese Dienste war das Heinzelmännchen mit wenig zufrieden: einer Tasse Rahm, ein wenig Birnsosse, einer Hand voll getrockneten Kirschen, einem kleinen Stück Braten. Er hielt aber auf Anstand und erheischte grossen Respekt. Bauern und Rotkappen verstanden sich gut, bis die Kapuziner ins Land zogen. Diese waren eifersüchtig auf die Heinzelmännchen und verkündeten, dass ein Christ keine Rotkappen beschäftigen dürfe, wenn er nicht ewig verdammt werden wolle. Da man gute Christen bleiben wollte, mussten die Rotkappen weichen.

Im Uechtland kamen sie so in die Varvalanna zuhinterst im kalten Motélontal. Zum Zeitvertreib legten sie viele kleine Gärten an und pflanzten Alpenblumen. Sie warfen sich aber im Spiel auch immer wieder gegenseitig Steine an, die hinunterkollerten und die ganze Bergweide zum Leidwesen des Hirten bis zum heutigen Tag immer wieder überdeckten. Sie rufen so in Erinnerung, dass man sie nicht in die Berge hätte vertreiben sollen.

Quelle


Themenpfad :
Im Land der Greyerzer Sagen

Text :
Marie-Alexandre Bovet, aus "les légendes de la Gruyère", Editions Gruériennes, 2004

Uebersetzung :
Joseph Buchs
La Gruyère
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